Hygienegerechte Anforderungen

Glatte Oberflächen

Die Struktur und Rauheit einer Oberfläche ist ein entscheidender Faktor für die Reinigung von Schmutz und Mikroorganismen. Nur eine fehlerfreie Oberfläche ohne Kratzer, Poren, Spalten und Risse lässt sich mit automatisierten Verfahren reinigen und sterilisieren.

Unsere Laserschweißnähte haben generell eine geringe Rauheit. Allgemein ist ein Mittelwert von Ra < 0,8 μm auf glatten Flächen und in Schweißnahtbereichen ausreichend. Unterhalb Ra=0,4 μm ist nicht mit einer besseren Reinigbarkeit zu rechnen. Labom-Geräte in Hygieneausführung werden in produktberührten Bereichen mit nebenstehenden Oberflächenrauheitsklassen geliefert. Elektropolieren verbessert nicht zwingend die Rauheit, jedoch wird eine homogene Passivschicht mit geringerer Adhäsionskraft für Schmutz erzeugt.

Oberflächen von Drehteilen und Membranen fertigen wir nach ASME BPE SFx

Code HY ≤ SF3 HY06 ≤ SF1 HY04 ≤ SF4
Drehteile Ra ≤ 0,76 μm Ra ≤ 0,51 μm Ra ≤ 0,38 μm + E-poliert
Membranfolie Ra ≤ 0,38 μm Ra ≤ 0,38 μm Ra ≤ 0,38 μm + E-poliert
Schweißnaht Ra ≤ 0,76 μm Ra ≤ 0,76 μm Ra ≤ 0,76 μm + E-poliert

Keine Spalten und Kanten

Die Bauweise macht den Unterschied: Bei der Zielsetzung, dass Anlagen und Apparate den Zweck erfüllen, für den sie ursprünglich konstruiert wurden, können mitunter hygienische Erfordernisse mit funktionellen Notwendigkeiten kollidieren. Es sollte keine Spalten und Kanten geben, doch gleichzeitig muss eine optimale Funktion der Geräte erreicht werden. Bei der Suche nach einem akzeptablen Kompromiss hat die Hygienesicherheit immer Priorität. Labom verfügt über viel Erfahrung in der Prozessindustrie und bietet eine Vielzahl von hygienischen oder auch aseptischen Prozessanschlüssen an.

Merkmale aseptischer Prozessanschlüsse

  • Selbstzentrierend durch zylindrische Führung erzeugt spaltfreie Abdichtung an der Rohrinnenseite
  • Metallischer Anschlag gewährleistet definierte Pressung der Dichtung
  • Raum für thermisch bedingte Ausdehnung der Dichtung zur prozessabgewandten Seite

Keine Toträume

Toträume enstehen beispielsweise durch abrupte Durchmesseränderungen oder blinde Rohrenden. Eine hygienegerechte Gestaltung von Messstellen sollte auf die Vermeidung von Toträumen abzielen, da diese zu Problemen bei der Reinigung führen können. Prinzipiell gilt die Regel: Je höher die Fließgeschwindigkeit eines Reinigungsmittels, desto besser das Ergebnis.

Für einen optimalen Durchfluss müssen bessere Lösungen für die örtliche Geometrie gewählt werden. Im Idealfall gibt es keinerlei Toträume.

 

Lösung zur Totraumfreien Messung

  • Druckmessung mit Rohrdruckmittler (Teil der Rohrleitung)
  • Temperaturmessung mit Rohrfühler (Teil der Rohrleitung)
  • Oberflächentemperaturmessung (außerhalb / Clamp-on Technologie)

Selbstentleerung

Selbstentleerung ist ein Hauptthema im Anlagen- und Leitungsbau. Die Empfehlungen der EHEDG dazu lauten: „Die Innen- und Außenbereiche aller Apparate, Bauteile und Rohrleitungen müssen selbstentleerend oder entleerbar und leicht zu reinigen sein. Horizontale Flächen müssen vermieden werden; sie sollten stets zu einer Seite hin geneigt sein. Bei Außenflächen sollte dies so ausgeführt werden, dass jegliche Flüssigkeiten vom Produktbereich wegfließen.“

Die richtigen Werkstoffe

Rostfreier Edelstahl

Edelstahl bietet einen hervorragenden Korrosionsschutz unter den Prozessbedingungen der Anwendungen für Food, Pharma und Biotechnologie. Die Auswahl des geeigneten Edelstahls für die jeweilige Anwendung hängt wesentlich von der Korrosivität des Prozesses und den Reinigungsmitteln ab. Zusätzlich relevant sind auch Beanspruchung, Bearbeit- und Formbarkeit, Schweißbarkeit, Härte und Kosten. (Siehe dazu auch EHEDG-Empfehlung über Konstruktionswerkstoffe Doc 32)

Verwendete Edelstahle

  • Gehäuse aus Edelstahl 1.4301 (304) und 1.4401 (316)
  • Messstoffberührte Teile: Edelstahl 1.4404 und 1.4435 (316L)
  • Höhere Edelstahlqualitäten auf Anforderung z.B. gem. Basler Norm BN2 oder mit reduziertem Delta-Ferrit-Anteil

Flüssigkeiten und Öle

  • Druckübertragungsflüssigkeit standardmäßig FDA-gelistetes silikonfreies und synthetisches Öl
  • Andere Optionen: medizinisches Weißöl (FDA-gelistet), Glyzerin / Wasser

Dichtungen

Messgeräte und Ausrüstungsteile werden mittels der bewährten Anschlusstechnik unter Verwendung von Dichtungen an den Prozess adaptiert. Eine Dichtung muss ihre Aufgabe über ihre gesamte Lebensdauer unter Berücksichtigung aller Prozess- und Reinigungsprozeduren erfüllen. Sie kann als O-Ring oder als Formdichtung ausgeführt sein.


Anforderungen

Die Dichtungen müssen eine mechanische und chemische Beständigkeit gegenüber dem Produkt und den Reinigungsmitteln im geforderten Temperaturbereich aufweisen. Weiterhin sollte eine kontrollierte Pressung unter Berücksichtigung der thermischen Expansion des Dichtungsmaterials gewährleistet sein.
Glatte Oberflächen zur Verringerung der Anhaftung von Partikeln, ausreichende Elastizität sowie Farb- und Geschmacksneutralität sind weitere Anforderungen, die gemäß der Vorschriften und Richtlinien berücksichtigt werden müssen.