Relativdruck

Der Relativdruck ist der Druck im Verhältnis zum Druck der umgebenden Luft. Da der Luftdruck von der Höhe über dem Meeresspiegel und der Wetterlage abhängt, variiert er je nach Umgebungsbedingungen. Der Prozessindustrie wird in der Prozessindustrie häufiger gemessen als der Absolutdruck.

Während sich der Absolutdruck auf das ideale Vakuum bezieht, wird der Relativdruck (in einem geschlossenen Gefäß oder einer Anlage) in Bezug auf den Luftdruck in der Umgebung gemessen.

In der Prozessindustrie und bei der Sicherheit von mit Druck beaufschlagten Anlagen spielt vor allem der Relativdruck eine Rolle. Die Druckgefäße und Anlagen dürfen bei dem in ihnen während des Betriebs herrschendem Druck nicht bersten oder undicht werden. Dem Druck von innen wirkt aber von außen der Umgebungsluftdruck entgegen und unterstützt sozusagen die Gefäßwand. Für die Druckfestigkeit der Gefäße ist also der relative Druck von Bedeutung. Sind die Drücke innen und außen gleich, sind der Relativdruck und damit auch die auf die Gefäßwand wirkende Kraft gleich null. Ist der Innendruck höher, ergibt sich die auf die Gefäßwand wirkende Kraft aus dem innen herrschenden (Absolut-)Druck abzüglich dem Luftdruck der Umgebung. Das ist auch gleichzeitig der Relativdruck.

Für die Messung des Relativdrucks ist es wichtig, dass seine Bezugsgröße, also der Umgebungsluftdruck, nicht konstant ist. Er ändert sich je nach Wetterlage, wie die meteorologischen Begriffe Hoch- und Tiefdruckgebiet zeigen. Sind der Druck in der Anlage oder die prozessbedingten Schwankungen gering, haben die Schwankungen des Luftdrucks einen größeren Einfluss und müssen kompensiert werden. Bei hohen Anlagendrücken haben die Schwankungen des Umgebungsluftdrucks praktisch keinen Einfluss.

Darüber hinaus ist der Umgebungsluftdruck noch von der Höhe über Meeresspiegel abhängig. Er sinkt mit steigender Höhe kontinuierlich ab. Demzufolge ist der relative Druck bei gleichem Absolutdruck in einem Gefäß in einer Höhe von 2000 m höher, als wenn sich das Gefäß auf Meereshöhe befindet. Für korrekte Relativdruckmessungen muss also auch die Höhe über dem Meeresspiegel beachtet werden.

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