Druckbegrenzer

Ein Druckbegrenzer ist ein regeltechnisches Anlagenteil auf Basis eines Druckschalters. Nach der Norm EN 50156-1 unterbricht er bei Erreichen eines festgelegten Grenzwerts den Prozess, bis er manuell zurückgesetzt wird. Von der Norm vorgeschrieben wird der Druckbegrenzer beispielsweise für Dampfkesselanlagen, Kälteanlagen oder bestimmte chemische Reaktoren verwendet.

Zu beachten ist eine strenge begriffliche Unterscheidung zwischen Druckbegrenzern und Druckwächtern. Auch ein Druckwächter unterbricht beim Auftreten eines unzulässigen Drucks den laufenden Prozess in der überwachten Anlage. Allerdings erlaubt er das erneute Anlaufen, wenn der Druck wieder Normalwerte erreicht. Beim Einsatz eines Druckbegrenzers geht man jedoch davon aus, dass ein unzulässiger Druck die Folge einer Anlagenstörung ist, die das Eingreifen des Bedienpersonals erfordert. Deshalb werden beim Druckbegrenzer mit dem Auslösen der Sicherheitsschaltung die Schaltkontakte verriegelt. Die Anlage kann nicht automatisch wieder anlaufen. Der Bediener muss nach Beseitigung des Defektes den Druckbegrenzer bewusst entriegeln. Das kann manuell direkt am Gerät oder per Fernbedienung mit einem elektrischen Signal erfolgen. Der Druckbegrenzer verfügt außerdem über eine Hysterese. Dadurch ist die Entriegelung erst möglich, wenn der aktuelle Druck um die Hysterese unter den Begrenzungsdruckwert gefallen ist.

Werden Druckbegrenzer in Anlagen eingesetzt, die der Druckgeräterichtlinie unterliegen, gehören sie zu den Ausrüstungsteilen mit Sicherheitsfunktion und müssen ebenfalls entsprechend dieser Richtlinie zertifiziert sein. Lässt sich der Grenzwert des Druckbegrenzers verstellen, ist die Verstellvorrichtung nach Einjustierung des vorgesehenen Wertes gegen unbefugte Verstellung zu sichern. Das kann zum Beispiel durch Verplomben oder durch eine Lacksicherung geschehen.

In funktioneller Hinsicht sind Druckbegrenzer elektromechanische Komponenten. Der überwachte Druck wirkt auf eine Membran, die auf eine Feder drückt. Überschreitet der Druck den eingestellten Grenzwert, löst das einen Schaltklinkenmechanismus aus, der die Kontakte des Gerätes betätigt und in der geschalteten Position verriegelt. Ergänzend sei erwähnt, dass am Markt neben Maximal- auch Minimaldruckbegrenzer zur Verfügung stehen. Letztere kommen zum Einsatz, wenn der Druck in der überwachten Anlage nicht unter einen Grenzwert fallen darf.

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